Die Jagd auf Schmetterlinge im Bauch über das Internet sollte einfach sein. Entsprechende Communitys gibt es genug für alle denkbaren Vorlieben. Woran also mag es liegen, dass längst nicht alle Suchenden fündig werden?
Es gibt nichts, das es im Internet nicht gibt, heißt es. Darüber lässt sich streiten. Eins aber ist gewiss: Flirtsuchende gibt es viele und die Zahl der Kontaktbörsen und Communitys, die die Willigen zusammenzuführen versprechen, ist groß. Trotzdem findet dabei längst nicht jedes Töpfchen sein sprichwörtliches Deckelchen. Das mag vor allem an den unterschiedlichen Erwartungen liegen, und dass diese nicht eindeutig formuliert werden.
Da sind zum einen die Menschen auf der Suche nach der großen Liebe und einer festen Partnerschaft. Für sie ist es frustrierend, immer wieder auf Kontakte zu treffen, die nichts weiter als einen spannenden, unverbindlichen Flirt wünschen. Umgekehrt ist das aber genau so unbefriedigend und selbst innerhalb der Gruppe der Flirtsuchenden sind die Erwartungen nicht gleich. Da treffen der Single, der eine Begleitung für nette Abende mit ein wenig Bauchkribbeln und mit oder ohne sexuelle Hintergedanken auf die junge Mutter, in deren Leben sich nach der Geburt ihres Kindes so viel Alltagsmühe eingeschlichen hat, dass sie ein wenig Kick und sexuelle Bestätigung per Webcam wünscht, ohne auch nur im Traum daran zu denken, ihren Mann real zu betrügen. Andere ziehen diese Grenze nicht und ihnen wäre es am liebsten, wenn der Flirtpartner ebenfalls in einer festen Beziehung lebt, damit er sich nicht plötzlich doch mit unerfüllbaren Hoffnungen konfrontiert sieht. Natürlich sind das Klischees. Aber auf die trifft man eben sehr oft, wenn man im Internet Flirtkontakte finden möchte.
Außerdem trifft man auch auf eine sehr unerfreuliche Spezies: die sogenannten Fakes. Mit der Ehrlichkeit im Internet ist es an sich schon eine heikle Geschichte. Zu leicht ist es, ein Bild von sich zu vermitteln, das nur Teile der Realität widerspiegelt. Da wird hier ein wenig übertrieben, da ein wenig weggelassen und schon treffen ein römischer Gott auf eine überirdische Schönheit - bis der reale Kontakt die wunderschöne Traumblase zerplatzen lässt. Fakes aber gehen noch einen Schritt weiter. Sie erfinden eine völlig neue Identität, die nichts mit ihnen selbst zu tun hat. Was zum Beispiel für einen Mann der Reiz ist, eine vollbusige Schönheit zu spielen und damit andere Männer um den Finger zu wickeln, ist schwer verständlich. Leicht nachzuvollziehen hingegen ist die Enttäuschung, die das bei den Betrogenen auslöst.
Gute Menschenkenntnis und eine Prise Skepsis sind also vonnöten, wenn man auf der Suche nach angenehmen Flirtkontakten ist. Es hilft, die Profile der möglichen Kandidaten aufmerksam zu lesen, auf Stimmigkeit zu achten und seine Auswahl nicht nur nach den Fotos zu treffen. Die könnten aus dem Internet stammen, der Text aber verrät zumindest zwischen den Zeilen sehr viel über den Schreiber. Darüber hinaus empfiehlt es sich, in seinem eigenen Profil mit ehrlichen Worten sich selbst und seine Wünsche und Erwartungen deutlich und genau zu beschreiben. Vielleicht hat man dann nicht mehr so viele Kontakte - dafür aber die die richtigen, damit das Flirten zu einem reizvollen und angenehmen Erlebnis wird.